Dienstag, 24.7.2018

Unser letzter Englisch-Camp-Tag liegt hinter uns, die meisten Sachen sind wieder im Koffer und wir staunen, wie schnell die Zeit hier vergangen ist. Es war schön zu sehen, wie motiviert viele Kinder beim Englischlernen mitgemacht haben und wir hoffen, dass etwas davon hängenbleibt – und natürlich von Tom, dem Räuberjungen, der den König nicht nur kennenlernt, sondern auch in seinem Palast leben darf! Heute hatten wir als Abschluss keinen Unterricht mehr, sondern haben die Geschichte abgeschlossen, unseren Tanz getanzt (wie jeden Tag natürlich!) und einen Stationenlauf aufgebaut. Das war ein schöner und runder Abschluss und als selbst ein paar „coole Jungs“ uns zum Abschied umarmten, wussten wir, dass wir irgendwas richtig gemacht haben mussten.
Ein besonderes Erlebnis war danach noch, dass wir uns in die Volkstanz-Tracht inkl. Blume im Haar schmeißen durften und ein wahres Photo-Shooting damit auslösten. Tanzen mussten wir glücklicherweise nicht 😉

Tarnava ist von jetzt an nicht mehr nur ein winziger Punkt in der bulgarischen Prärie, sondern hat für die von uns, die zum ersten Mal hier waren, ein Gesicht bekommen. Es wird uns in Erinnerung und im Herzen bleiben – vor allem natürlich die bereits beschriebene Herzlichkeit und Gastfreundschaft, aber auch die Engagiertheit der Bürgermeisterin und der Schulleiterin und die Fröhlichkeit und Zuneigung der Kinder. In Erinnerung werden aber auch die manchmal bedrückende Armut bleiben und die große Bescheidenheit, in der fast alle leben. Dass hier jedes Kind mit Handy rumläuft, hat nichts mit Wohlstand zu tun, sondern mit der Tatsache, dass es oft der einzige regelmäßige Kontakt zu einem Elternteil ist. Nicht wenige arbeiten in Sofia oder anderen Städten, in denen es Arbeit gibt, oder sogar in Deutschland oder anderswo in Europa. Zum anderen hat es sicherlich auch damit zu tun, dass es hier einfach sehr wenig andere Freizeitangebote gibt.

In Erinnerung bleiben wird aber auch der beeindruckende Einsatz von Zhana, unserer fließend Englisch sprechenden Allround-Missionarin, die nicht nur hier, sondern regelmäßig in vielen Gegenden des Landes unterwegs ist.Wir hoffen und beten, dass Gott ihre Arbeit hier in Tarnava weiter segnet und ihr viel Kraft gibt, wenn sie demnächst wieder als „Ein-Mann-Team“ mit dem Bus von Ort zu Ort fährt und die Menschen ermutigt und ihnen praktisch hilft. Aber auch, wenn sie sehr deutlich werden muss, um Missstände aufzudecken und Eltern wachzurütteln (was sie regelmäßig tut!). Arbeitslosigkeit, Alkoholprobleme und anderes lassen viele gleichgültig oder ungerecht werden. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder.
Es war eine gute Zeit hier und wir haben viel erlebt, gelernt, gelacht und gestaunt. Wahrscheinlich wird es etwas seltsam sein, morgen wieder in den Flieger zu steigen und dies alles hinter uns zu lassen. Aber gleichzeitig freuen wir uns auch wieder auf zu Hause, unsere Lieben, Wasser, das man aus der Leitung trinken kann und ein Essen ohne Käse :))

Ciao, Tarnava!