London – Knapp 8,8 Millionen Menschen, regnerisches Wetter und wir, ein Team bestehend aus elf Darmstädtern, Frankfurtern und Mainzern, die sich das Ziel gesetzt haben, mit Hilfe von Musik und gutem deutschen Essen die Arbeit der Fresh Ground Gemeinde vor Ort zu unterstützen.

Fresh Ground gibt es bereits seit über 100 Jahren. Doch vor allem in der letzten Dekade standen für die Gemeinde tiefgehende Veränderungen an. Zum einen musste das gesamte Gebäude im Rahmen von fünfjährigen Baumaßnahmen grundsaniert werden und zum anderen wurde das zugehörige Gemeindekonzept vollständig überarbeitet, sodass Pastor Jason und sein Team nun Raum für verschiedenste Menschen Londons bieten möchten, sei es im Rahmen des eigenen Café, in einem der Mehrzweckräume wo sich unterschiedliche Gruppen treffen (von Yoga bis Mutter-Kind-Treff ist alles dabei) oder schließlich im wöchentlich stattfindenden Gottesdienst. Oder um es mit unseren Worten zu sagen: Ein Stück Himmel auf Erden schaffen, um Menschen zu sehen, ihnen zu begegnen und sie zu fördern.

Gerade im vielbeschäftigen und uns oft als „busy“ beschriebenen London erscheint eine solche Arbeit besonders wichtig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Stadt auch viele sozial abgehängte und gesellschaftliche ausgegrenzte Menschen beherbergt, die zum Teil Schwierigkeiten haben, sich das teure Leben und insbesondere die horrenden Mieten Londons leisten zu können. Doch auch wenn die Arbeit der Fresh Ground Gemeinde vielversprechend ist, erfordert es auch einigen Aufwand, Menschen trotz allen Rauschens der Stadt zu erreichen und diesen Zeit zu schenken. Um das noch recht überschaubare Team der Fresh Ground Gemeinde an dieser Stelle zu unterstützen, haben wir uns entschlossen auf Basis von mehreren mit Musik und deutschen Köstlichkeiten gefüllten Abenden Leute einzuladen und mit ihnen Beziehungen aufzubauen.

Während unserer fünf Tage in London durften wir dabei zahlreiche wunderbare Momente erleben und mitbekommen, wie Menschen in Kontakt mit der Fresh Ground Gemeinde kamen und dort mit offenen Armen willkommen geheißen wurden. Obwohl es natürlich noch viel mehr zu erzählen gibt, möchten wir euch in diesem Beitrag gerne von zwei besonderen Momenten berichten, die uns sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Den ersten einprägsamen Moment durften wir bereits am ersten Tag erleben, als wir mit Flyern und Straßenmusik Menschen zu den Abenden im Fresh Ground Café eingeladen haben. Es lag ein faszinierender Mix aus Aufregung, Entschlossenheit und Spannung in der Luft als wir begannen, fremde Menschen auf Englisch anzusprechen und unsere eingeübten Songs zu spielen. Bereits nach einigen Minuten wurde uns langsam klar, wie schön es ist, auf ein freundliches Lächeln und ein anerkennendes Nicken zu treffen, welches uns die Londoner des Öfteren schenkten. So unterschiedlich Menschen bzgl. ihrer kulturellen Prägung und ihrer Muttersprache auch sein mögen, ist es doch immer wieder aufs Neue unheimlich erbauend festzustellen, wie viele Menschen uns mit Offenheit begegnet sind und sich auf uns eingelassen haben. Und auch wenn natürlich nicht jeder, den wir eingeladen haben am Ende auch gekommen ist und wir in Zukunft sicher nicht jeden Tag auf der Straße stehen werden, so haben wir doch mitgenommen, wie wunderbar es ist, wenn Menschen verschiedener Herkunft einander begegnen und voneinander lernen können.

Der zweite Moment, von dem wir berichten möchten, ereignete sich während des Abschlussgottesdienstes am Sonntagmorgen, in dem neben uns ein Gospelchor aus London Musik machte. Und obgleich Gospelchöre mit ihren dynamischen, vor Freunde strahlenden und stimmgewaltigen Sängern normalerweise immer zu einem gewissen Punkt zu beeindrucken wissen, waren wir an diesem Morgen vom Zusammenspiel aus Musik, Message und Begegnungen so begeistert, dass wir uns bestimmt noch lange an der Erinnerung an diesen Tag erfreuen werden. Dies lag nicht nur daran, mit welcher Energie und Lebensfreude der Gospelchor an diesem Morgen auftrat, sondern auch wie sich die verschiedenen Gruppen aus Gospelchorsängern, Gottesdienstbesuchern und uns immer mehr vermischten und im gemeinsamen Singen und anschließenden Austausch feiern und dankbar sein durften. Dabei haben wir uns besonders darüber gefreut, dass uns zwei junge Mädchen der Gemeinde mit ihren Stimmen unterstützt und so eine deutsch-englische Bandzusammenstellung ermöglicht haben. Im Nachgang an den Gottesdienst fand der Tag beim gemeinsamen Mittagessen in der benachbarten Pizzeria dann einen ebenso schmackhaften Abschluss.

Zusammenfassend sind wir sehr dankbar für die Zeit, die wir in London verbringen durften. Wir sind nicht nur als Team unheimlich zusammengewachsen, sondern durften auch während unserer Aktivitäten viel für uns mitnehmen. Wir bleiben zudem gespannt, was sich in der Fresh Ground Gemeinde zukünftig noch alles tun wird und wünschen Alles Gute. London, es war wunderbar, bis bald!