Nachdem nun eine Woche mit vielen Eindrücken und Erlebnissen hinter uns liegt, wollten wir an unserem freien Sonntag einfach mal etwas anderes sehen. Deshalb entschieden wir uns dazu raus aus der Stadt und ein paar Stunden in Richtung Nirgendwo zu fahren. Wir hatten einen groben Plan wo es hingehen sollte, aber wie wir mittlerweile wissen kommt es immer anders. Wir stiegen also am Morgen in unseren Kleinbus und fuhren auf einer holprigen Landstraße durch ein wunderschönes grünes Panorama. Ab und zu konnte man ein paar Hütten am Straßenrand sehen, aber um uns herum waren überwiegend Bananenstauden und Reisfelder.
Irgendwann waren wir so weit draußen, dass um uns herum nur noch Felder und Seen waren. Wir baten darum kurz auszusteigen um uns kurz umzuschauen. Direkt liefen wir einen kleinen Pfad entlang und begegneten fleißigen Feldarbeitern die sehr akkurat Reis anpflanzten. Auf der Fahrt weiter passierten wir einige Häuser und sahen viele Menschen mit große, freundlichen Augen die uns mit einem schüchternen Lächeln hinterherschauten. Nach einiger Zeit ging es noch ein Stück weiter, bis wir spontan am Straßenrad frische Kokosnuss probierten und dann in einem kleinen Dorf pausierten. Eigentlich wollten wir uns etwas umsehen, doch plötzlich wurden wir von einem starken Regenschauer überrascht. So wurden wir eingeladen, uns bei den Dorfbewohnern unterzustellen und verweilten dort einige Minuten. Natürlich ist es auf dem Land viel schwieriger zu kommunizieren, da hier fast niemand zur Schule gehen kann und somit fast keiner Englisch spricht. Doch dies war zum Glück auch kaum notwenig. Wir schafften es mit albernen Grimassen und netten Zuwinken den Menschen zu zeigen, wie dankbar wir für ihre Gastfreundschaft waren.

Was uns allen heute besonders bewusst geworden ist und gut getan hat, war die Ruhe und Gelassenheit auf dem Lande. Einfach mal raus aus dem Gedränge der Straßen und fernab vom Gehupe und dem Lärm der Autos zu sein. Wir sind sehr dankbar und glücklich über die Möglichkeit, hier in Kalkutta, ein tolles Projekt zu unterstützen. Doch gleichzeitig war es einfach toll Indien mal von einer anderen und auch wunderschönen Seite kennenzulernen.