Die Jüngsten werden die Größten sein – oder wie sagt man?!

Neuer Tag, neue Baustelle: In Pisgat Ze’ev gibt es ein Haus, in dem Holocaustüberlebende bis zum Tod gepflegt werden. Aktuell wohnt allerdings niemand dort – also ein guter Zeitpunkt zum Renovieren!



Auch hier hat der vergangene Winter viele Wasserschäden hinterlassen. Also hat unser Team die Feuchtigkeit von den Wänden gekratzt und neu verspachtelt und auch eine Konstruktion entwickelt, um die Terrassentüren vor Wasser zu schützen. 

Bei der Suche danach, wo das Wasser herkommt, haben einige aus dem Team auf dem Dachboden nicht nur einen Goldschatz gefunden, sondern auch eine Idee gehabt, die Ursache zu bekämpfen: Dachrinnen montieren. 

Zwar gab es einige Hindernisse unterschiedlicher Art, um alle zu überzeugen von Teamleiter der Organisation bis hin zu Vermieter und Leiter vor Ort. Bisher sieht es gut aus, dass wir am Mittwoch mit frischem Tatendrang und neuem Material weitermachen können!

Auf dem Weg nach Gilo zu Alexander sind wir in den Genuss eines israelischen Baumarkt-Erlebnisses gekommen:

Zunächst einmal ist das System komplett anders als in einen deutschen Baumarkt: Anstelle durch hohe Gänge zu irren, wird man wie in einer Apotheke bedient und bekommt alle Waren gebracht. Unser Verkäufer war etwas verwirrt, was Deutsche in einem Baumarkt wollen und so kamen wir ins Gespräch. Sofort erzählt er uns, dass sein eigener Großvater in Auschwitz war und als Einziger der Familie überlebt hat. Weil Großvater das nicht wollte, war er selbst noch nie in Deutschland – aber schon an der Gedenkstätte in Auschwitz, um sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen. Mit Handschlag und sichtlich beeindruckt, verabschiedet er uns mit den Worten: “This makes me feel good in my heart.” 

Mission completed: Das Bad von Alexander und Anja in neuem Gewand! 

“Noch 7 Minuten!” – das Mittagessen war Alexander so wichtig, dass er uns regelmäßig daran erinnert hat, wieviel Zeit uns noch bis zur Essenzeit bleibt. Pünktlich um 13 Uhr saßen wir gemeinsam mit seiner Frau am Tisch und wurden mit Suppe, Hähnchen mit Reis und Chai verwöhnt. In unserem Eifer, mit allem fertig zu werden, hat uns Alexander nachdenklich gestimmt, indem er immer wieder betont hat: “Es ist nicht so wichtig, ob ihr mit allem fertig werdet. Die Hauptsache ist, dass wir gemeinsam am Tisch sitzen, uns unterhalten und Freundschaft schließen.”

Auch in der Feedbackrunde am Abend haben uns ähnliche Gedanken beschäftigt: Wir alle wollten gerne in möglichst kurzer Zeit, möglichst viel effektiv auf den Baustellen erreichen und Ergebnisse sehen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, wie wichtig es ist, Gemeinschaft zu haben und sich Zeit für Begegnungen zu nehmen.