Ein Auto voller Energie und Motivation: Das komplette Team ist auf dem Weg zu Inge Buhs und ihren Haus, in dem Holocaustüberlebende ein Zuhause finden können.

An jeder Ecke warten neue Überraschungen: Auf dem Weg zu unserer nächsten Baustelle haben wir Kaktusfeigen gefunden und natürlich probiert – sehr exotisch!

Ohne Umwege sind wir direkt an die Arbeit gegangen und haben weiter die Wände verputzt und gestrichen. Besonders froh sind wir, dass das Haus nun mit Dachrinnen ausgestattet ist – der nächste Winter und der damit verbundene Regen kann also kommen!

Zur Kaffeepause hatten wir eine ganz besondere Begegnung: Der Holocaustüberlebende Michael kam vorbei und hat uns seine persönliche Geschichte erzählt, was für uns alle sehr bewegend und emotional war. Obwohl er seine Geschichte wohl schon viele Male erzählt hat, war er selbst sehr ergriffen. Umso erstaunlicher war es für uns, dass Michael sich trotz aller Erlebnisse die Lebensfreude nicht hat nehmen lassen. Mit schmetterndem Gesang und großer Freude hat er uns einige Lieder vorgetragen: Das jiddische Lied “Wenn der Rabbi lacht” ist zum Dauerohrwurm geworden! 

Nicht nur die Begegnung mit Michael hat uns bewegt: Auch die Leiterin des Hauses Inge Buhs hat uns mit ihrer ganzen Persönlichkeit beeindruckt. Mit ihrer Leidenschaft und Hingabe für ihre alltägliche Arbeit mit den Holocaustüberlebenden ist sie wirklich eine Inspiration. 

Zum Abschluss des Tages gab es noch eine Portion israelische Lebensfreude: Zum Abendessen sind wir zum Mahane Yehuda Markt gefahren und sind in den Genuss von einem Feuerwerk aus Gerüchen, Farben, Obst, Gewürzen und einem leckeren Abendessen gekommen.


An diesem Abend waren wir besonders dankbar, dass wir ohne Angst zu Bett gehen können und nicht fürchten müssen, dass – wie Michael erzählt hat – jeden Moment Nazis an der Tür klopfen, die uns nach dem Leben trachten. Viele von uns hat die Begegnung mit Michael und seine offenen Erzählungen sehr bewegt und nachdenklich gemacht.