Vor wenigen Wochen hatte ich die große Freude mit meinem ältesten Sohn Cris in den Kongo zu reisen. Afrika, der Kontinent, auf dem ich geboren wurde und in dem wir tiefe Wurzeln haben. Vor 25 Jahren gründete mein Vater das Institut Zanner, um Kindern eine bessere Zukunft durch Bildung zu ermöglichen.

Goma

Unsere Reise ging über Addis Abeba nach Kigali, Ruanda, und weiter nach GOMA. Eine Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern. Sie liegt in der Republik Kongo, direkt an der Grenze zu Ruanda. Der furchtbare Stammeskrieg zwischen den Hutus und den Tutsis, in dem über 1 Million Menschen auf grausamste Weise umgebracht wurden, hatte Goma damals mit Flüchtlingen und Waisenkindern überschwemmt.

Im Januar 2002 kam es erneut zu einer Katastrophe. Ein gewaltiger Vulkanausbruch ließ 400 000 Menschen vor den Lava-Massen fliehen. Sie zerstörte damals ein Drittel der Stadt. Es gab mehr als 100 Tote, rund 120 000 Bewohner wurden obdachlos.

Institut Zanner

Vor fast 25 Jahren gründete also mein Vater eine Schule, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich eine der bedeutendsten Schulen Gomas. Heute werden fast 1 000 Schüler bis zur Hochschulreife unterrichtet. Welche Ehre für mich, jede einzelne Klasse besuchen zu können und die überschäumende Freude der Lehrer und Kinder über meinen Besuch miterleben zu dürfen.

Kirche in Aktion

Unsere Söhne Cris und Philip arbeiten bei Kirche in Aktion und organisieren nun schon etliche Jahre Teams, die nach Afrika und besonders nach Goma gehen. Es wurden Sommercamps für Kinder durchgeführt, die Schule restauriert, gehämmert und gezimmert usw. Ein weiteres Projekt liegt ihnen nun besonders am Herzen, in das ich einen besonderen Einblick bekommen sollte.

Traum von einem medizinischen Versorgungszentrum

Zusammen mit Interplast möchten sie gerne ein medizinisches Versorgungszentrum verwirklichen. Seit nunmehr zwei Jahren reisen bereits Ärzteteams aus Deutschland und den USA nach Goma. Sie opfern Zeit und Geld und haben bereits hunderte kostenlose OPs unter schwierigsten Bedingungen durchgeführt. Wer sich die Bilder ansieht, auf denen ersichtlich ist, unter welchen Bedingungen dort den Ärmsten der Armen geholfen wird, dem muss es das Herz brechen. Was für ein großes und wichtiges Projekt.

Meine Motivation

Was hatte mich veranlasst, diese Reise nach Goma anzutreten? Schon lange beschäftigt mich die Frage, wie mein Leben in Zukunft aussieht. Gott hat mich und uns als Familie reich beschenkt. Ich habe einen Beruf, der mich glücklich macht, und wir haben mehr, als wir zum Leben brauchen. Doch wir wissen, dass Glück oder Segen, wie wir es als Christen nennen, mit großer Verantwortung verbunden ist.

Mit eigenen Augen durfte ich nun sehen, welche Spuren wir als Familie bereits in Afrika hinterlassen haben, und ich bin sehr motiviert, einen Beitrag zu leisten.

So viel zu bedenken

Einen großen Berg kann man nicht mit einem, aber mit vielen kleinen Schritten erklimmen. Wir wissen nicht, wie es gelingen kann, so ein großes Projekt zu verwirklichen, aber wir haben angefangen, viele kleine Schritte zu gehen, um diesen „Berg“ zu bezwingen.

Hier eine kurze Zusammenfassung einiger dieser kleinen und doch so wichtigen Schritte unseres Besuches:

  • Besuch von 3 Krankenhäusern in der Region
  • Ansehen 5 möglicher Grundstücke für das Versorgungszentrum
  • Wahrnehmen eines Notartermins für die Gründung einer NGO (Non Government Organisation)
  • Gespräche mit Anwälten für Prozedere und Genehmigungen
  • Besprechung von Rechtsfragen mit Katasteramt
  • Besuch beim Gouverneur
  • Termin mit dem Gesundheitsminister
  • Bank-Kontoeröffnung
  • Meetings mit Ärzten und Pflegeteams
  • Lunch mit 15 Vertretern des INSTITUTS ZANNER 
  • Besichtigung Wohnhaus der Handicaps
  • Besichtigung Maison de la Femme von missbrauchten Frauen
  • Meetings mit Vertretern der Kirche
  • Interviews mit möglichen Ärzten
  • Übergabe der Sachspenden (sind mit vier vollgepackten Koffern angereist und kamen mit einem kleinen Rucksack wieder zurück 🙂
  • Besuch eines Gottesdienstes (mit frischer, rhythmischer, typisch afrikanischer Musik)

In den nächsten Tagen/Wochen werde ich (Cheré) einen persönlichen Blog einrichten und mehr von meiner Reise, den Eindrücken und Fortschritten berichten. Bei Interesse an meinem Blog bitte Info an mich oder Kirche in Aktion.

Viele Freunde von Kirche in Aktion und aus meinem Freundes- und Kollegenkreis haben mir schon die allerliebsten Kommentare und Wünsche geschickt. Herzlichen Dank dafür.

 

Liebe Grüße, Cheré Alice Zimmermann