Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!

Die Gesundheitsleistungen qualitativ minderwertig oder überteuert, das medizinische Equipment mangelhaft oder veraltet, das Fachpersonal schlecht ausgebildet oder nicht vorhanden: Das ist die Gesundheitslage für über eine Million Menschen in Goma, Großstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, Hauptstadt der Region Nord-Kivu. Krankheit bedeutet hier für den Normalbürger den fast sicheren Eintritt in eine Abwärtsspirale: verminderte Arbeitskraft, Einkommensverlust, Mangelernährung, schließlich Armut. Das staatliche Fürsorgesystem ist mindestens so fragil wie das Gesundheitssystem. Aufgefangen wird man nur durch die Hilfe anderer.

Was kann man den strukturellen Mängeln im medizinischen Bereich entgegensetzen? Ein Krankenhaus. Wir wollen ein Krankenhaus bauen! Das ist unser Traum. Ein Traum, der entstand aus der gefühlten Anteilnahme am Leid der Menschen in Goma. Mit-leiden muss in die Tat übersetzt werden. Seit 2014 ist Kirche in Aktion (KiA) Jahr für Jahr in Goma aktiv. Dadurch ist ein Netzwerk entstanden, das wir nun für stark genug halten, um ein Projekt dieser Größe in die Tat umzusetzen.

Wir wollen ein Krankenhaus bauen, das ein Mehr an Patientenversorgung realisiert.

Wir wollen ein Krankenhaus bauen, das den Einsatz des Personals und die Abläufe in der medizinischen Versorgung optimiert.

Wir wollen ein Krankenhaus bauen, das eine praxisnahe Ausbildung durch ein integriertes Aus- und Fortbildungsangebot garantiert.

Aber wie, wie baut man ein Krankenhaus? Ein leeres Blatt weißes Papier. Die gute Nachricht: Wir sind nicht allein. Deshalb haben wir uns am 27. Januar2018 mit ca. 40 Interessenten im Café AWAKE in Frankfurt getroffen. Dr. Gottfried Lemperle von Interplast, Pastor Cris Zimmermann und Simon Wendland von KiA haben alle Teilnehmer zunächst auf den aktuellen Stand gebracht. Berichtet wurde über die Anstrengungen von Interplast in Goma, die mehr als dringende Finanzierung des Grundstücks, die Projektpartner, die laufenden Förderanträge und die soziale und medizinische Situation in Goma. Danach hieß es Fragen stellen, den besten Kaffee Frankfurts genießen und kurz durchatmen, um Klarheit für den folgenden Workshop zu gewinnen. Hier haben wir nicht die Probleme, sondern die Herausforderungen für das Projekt in den Blick genommen. Was sind also die größten Herausforderungen vor, während und nach dem Bau eines Krankenhauses in Goma? Folgende Projektbereiche wurden betrachtet: Bau, Medizinisches Equipment, Medizinische Einsätze, Hilfseinsätze und Finanzierung. Es dauerte keine 15 Minuten und das AWAKE erstrahlte förmlich im Glanz neongelber Post-Its. Was macht man mit Steinen die einem in den Weg gelegt werden? Richtig, man verbaut sie – am besten zu einem Krankenhaus in Goma oder mit anderen Worten: Wie kann man den Herausforderungen durch adäquate Lösungen begegnen? Es galt im zweiten Teil des Workshops Lösungen für die zuvor definierten Herausforderungen zu finden. Für die Lösungssätze konnten sich alle Interessenten entsprechend ihrer Kompetenzen in den jeweiligen Themengebieten einbringen. Im Ergebnis haben sich Kleingruppen gebildet, die die theoretischen Lösungen zum Leben erwecken werden, weil sie die Themen weiter betreuen und anschieben. Wir haben viele neue Denkanstöße und Inspirationen von aufregenden Menschen erhalten. Der Grundstein für unser Krankenhaus ist gelegt. Es gibt noch viele Stufen zu gehen, aber jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!