Es ist Anfang Juli. Also noch „one month to run“, wie man auf neumodisch sagt. Ein Monat, in dem wir als Team nochmal richtig reinhauen. Kreative Ideen werden kreiert und Pläne geplant, um unserem Spendenziel von 10.000€ näher zu kommen. Das Ziel ist Tuchfühlung – der gegenwärtige Stand ist noch eine transzendente Sehnsucht.
Aber hey: Eine challenge ist es nur dann, wenn es einen herausfordert. Und das Beste dabei ist, dass wir top-motiviert sind! Am Freitag treffen wir uns in unserem Team und machen erst mal eine Bestandsaufnahme. Sicher ist, dass wir schon mehr als einen Laptop gespendet bekommen und mehrere Spendenbeträge in verschiedenen Kassen herumfliegen haben.
Aber ein guter Freund sagt dazu einfach: „Sorgt euch um nichts, betet um alles.“ Philiper 4,6

Neben dem materiellen/finanziellen Zuwendungen, haben wir aber vor allem auch ideelles positives Feedback bekommen. An der Reaktion der Menschen mit denen man zu tun hat, merkt man erst mal was für ne krasse Nummer es eigentlich ist, dass wir diesen Hilfseinsatz machen. Uns wird Respekt gezollt, Mitleid mit den Frauen bekundet und ein schlechtes Gewissen ausgedrückt. Und es zeigt, wie wichtig es ist, dass wir das tun. Denn eigentlich sollte es „normal“ sein, dass man weltweit Solidarität bekundet mit den Unterdrückten, Traurigen und Entrechteten. Mit Brüdern und Schwestern am anderen Ende der Welt. Mir ist nochmal deutlich bewusst geworden, dass es zwar eine krasse Nummer ist, was an Unrecht geschieht, aber dass WIR keine krassen Leute sind. Mein allerliebster Lieblingsautor Shane Claiborne schreibt in seinem Buch „Ich muss verrückt sein so zu leben“ über „Gewöhnliche Radikale“. Damit meint er ganz normale, unkrasse Menschen, die sich entscheiden Jesus nachzufolgen, radikal zu sein, weil sie „zu der Wurzel(=radix) zurückkehren“. Zu dem was Jesus gesagt hat. Und was passiert, wenn die Menschen anfangen, die Worte Jesu ernst zu nehmen? Dann beginnt ihr Herz zu brechen, für genau diese weltweiten „Nächsten“. Die Unterdrückten, Traurigen und Entrechteten. Und dann kommt man endlich von der Wissens- in die Dissenzgesellschaft – und kann nicht anders als aktiv zu werden.

Vielleicht ist uns das, nein ER, ein bisschen passiert: Jesus. Nicht das Schlechteste wie ich finde 😉