Es ist gegen halb drei am Sonntagmorgen. Von den Dächern der Skylounge nebenan tönt noch laute Musik, als wir uns mit 12 Teilnehmern aus Südhessen und Nürnberg am Frankfurter Hauptbahnhof treffen, auf zwei Autos verteilen und unseren Roadtrip beginnen. Die erste Etappe bis Passau bekommen einige gar nicht mit, während es für die Fahrer frei Fahrt heißt. Ohne große Schwierigkeiten schaffen wir es auch bis Wien. Aber die Hauptstadt unseres Nachbarlands bleibt heute neben der Strecke liegen. Kurz aufgetankt und mit Vignette geht es immer weiter nach Südosten. Gegen Mittag erreichen wir unseren ersten längeren Zwischenstop: Budapest im Herzen Ungarns. Hier stoßen wir auch das erste Mal auf Nikita und Lena, die sich bereits am Tag zuvor mit dem Bulli voller Spielsachen und Sachspenden auf den Weg gemacht hatten.

Nach Pause am Donaustrand und gestärkt vom Mittagessen („Knoblauch mit diversen Beilagen“) ist der Weg zur Grenze nun nicht mehr weit, und wir reisen gegen 21 Uhr in unser Ziel-Land ein.

Doch auch wenn wenn ein Großteil der Kilometer nun gefahren ist, ringen uns die rumänischen Straßenverhältnisse noch einige weitere Stunden ab. Durch gefühlt hunderte kleine Örtchen, über Schlaglöcher und kaum versenkte Eisenbahn-Schienen, Hunden und Katzen ausweichend, ist es erst mit dem neuen Tageslicht endlich soweit, das wir die Autos vor dem Kinderheim in Pascani abstellen können.

Nach zwei Stunden Schlaf, diesmal endlich in horizontaler Lage, finden wir uns aber bereits wieder am Frühstückstisch ein.

Nach dieser Stärkung beginnt nun der erste Tag unseres Arbeitstage bzw. Kids-Camps.

Im Haus werden in der Woche diverse in die Jahre gekommenen Wasserleitungen gewechselt. Im Außenbereich hingegen, konnten sich die Kinder am ersten Tag bereits über eine neue Schaukel freuen und die Vorbereitungen für neue Sitzgelegenheiten hinterm Haus wurden getroffen.

Doch wer einen großen Haufen Kinder beschäftigen möchte, der muss sich ganz andere Sachen einfallen lassen. Nach einer ersten gemeinsamen „Dance-Session“, wurde das Praktische mit dem Kreativen verbunden und alle durften ihrer Fantasie beim Gestalten von Namensschildern freien Lauf lassen. Damit wirklich jeder weiß mit wem er es zu tun hat, gab es danach noch ein gemeinsames Names-Spiel. Wir Mitarbeiter müssen leider bekennen: die Kinder lernen viel schneller als wir…

Die Zeit zum Abendessen wird schließlich mit diversen schweißtreibenden Runden Fuss- und Basketball überbrückt.

Am späten Abend gilt es noch den letzten Tagesordnungspunkt zu bestehen. Doch dank lauter Eindrücken des ersten Tages, fällt die erste Teambesprechung alles andere als langweilig aus.

Und mit jeder Menge Ideen für die nächsten Tage streben nun fast alle dem selben Ziel entgegen: dem eigenen Bett.

Bis bald und viele Grüße aus Pascani,

Euer Rumänien-Team