Nach unserer Ankunft im größten Slum Bangkoks waren wir sehr erleichtert, denn die Hauskirche Develop of Life von Suwat, in der wir wohnen durften, war groß genug für uns alle, es gab eine Klimaanlage, WLAN und Bäder, die absolut okay waren. Angi und Ash, die aus Australien kommen, einige Jahre im Slum Entwicklungsarbeit geleistet haben und heute selbiges in einem Slum in Birmingham tun, begleiten unseren Einsatz. Die beiden haben uns die Kultur im Slum näher gebracht, nonstop für uns übersetzt, von ihren Erfahrungen berichtet und uns den Kontakt mit vielen außergewöhnlichen Personen möglich gemacht, deren Geschichten uns beeindruckten und die denen, die sie hören, Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen.

Am dritten Tag trafen wir den Maler Tee Chingchai U-domcharoenkij, der nach dem Verlust seiner rechten Malerhand gelernt hat, mit der anderen Hand zu malen. Er, der sehr begabt ist und unter anderem für die Königsfamilie arbeitet, hat sich so glücklich gezeigt, uns von seiner Geschichte erzählen zu können und uns einige seiner Techniken beizubringen.

An diesem Tag haben wir außerdem noch Krew Duen getroffen, die uns gezeigt hat, wie man in Handarbeit Schmuck herstellt. Normalerweise macht sie das mit anderen Frauen aus der Slum Community und verkauft diesen, um den Frauen eine Alternative zur Prostitution zu bieten.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Cafés „Steps with Theera“. Dort arbeiten die Angestellten mit behinderten Menschen zusammen, um auch diese in die Gesellschaft einzugliedern. Es hat uns berührt, wie liebevoll dort mit behinderten Menschen gearbeitet wird, besonders in Anbetracht dessen, dass diese wunderbaren Menschen von der thailändischen Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Samstag war unser großer Fußballtag. Wir nahmen an einem Fußballturnier der Slum Community teil, an dem 150 weitere Spieler in allen Altersklassen teilnahmen. Der Tag glich einem Fest; neben dem Fußball gab es natürlich leckeres Essen und Getränke, aber auch Unterhaltungsspiele, die wir so schnell nicht vergessen werden. Die Kinder und Jugendlichen kämpften hart, aber fair um die Pokale, aber auch wir Fußballnieten wurden im Team akzeptiert 😜

Am letzten Tag im Slum hat sich unsere Gruppe aufgeteilt; ein Teil ist in unserer Unterkunft geblieben und hat den wöchentlichen Gottesdienst mitgestaltet und der andere Teil hat einen buddhistischen Tempel besucht. Während dieser Woche sind wir in kleinen Gruppen öfter durch die kleinen Gassen des Slums gelaufen, um uns ein besseres Bild zu machen. Oft war es ein unangenehmes Gefühl durch den Slum zu laufen, vorbei an heruntergekommenen Baracken, abgemagerten Tieren, Abwasserkanälen, Müll und doch war es als laufe man durchs Wohnzimmer der Familien. Die Reaktionen auf uns waren unterschiedlich. An den ersten Tage begegneten uns manche lächelnd, andere schauten eher skeptisch, gegen Ende unserer Woche freuten sich die Leute oft, uns zu sehen, da sie uns vom Fußballturnier oder anderen Aktionen kannten. Mit gemischten Gefühlen verlassen wir den Slum: Wir waren erleichtert, hier nicht bleiben zu müssen und zugleich fühlte es sich nicht richtig an, einfach wieder zu gehen und all die Menschen zurückzulassen.