Zwei Tage harter, schweißtreibender Feldarbeit liegen hinter uns. In zwei Teams haben wir den Feldarbeitern bei der Süßkartoffeln- und Maisernte geholfen, aber nicht nur zwei lustige, geisterweiternde Stunden, sondern zwei lange Tage lang! An der Seite der Profis haben wir versucht, Schritt zu halten, was sich als unmöglich herausstellte, aber klar, uns fehlt die viele Jahre lange Erfahrung.

Pha Khanong ist ein kleiner Ort, umgeben von Feldern, Feldern, Feldern. Und einem malerischen Wasserfall, der einigen von uns die Dusche ersetzte 😆

Die Familie, bei der wir untergekommen sind und die wir bei der Ernte supportet haben, hat uns mit allem versorgt, was sie haben und uns liebevoll beherbergt, sogar ihre eigenen Schlafzimmer für uns geräumt. Das Essen war sensationell – es wurde uns sogar auf’s Feld gebracht – ihre Freundlichkeit, Zuvorkommenheit und Güte umwerfend. Das Wenige, das sie haben, teilten sie spürbar von Herzen gern.

Die Armut auf dem Land ist groß und oft ist die einzige Alternative der Umzug nach Bangkok, wo sie im Slum leben müssen, wo Geld durch Prostitution und Drogenverkauf verdient wird, wo sie auf engstem Raum mit vielen anderen mit ähnlichen Geschichten zusammen leben.

Wir empfanden diese zwei Tage wirklich als extrem kräftezehrend und waren erleichtert, als es geschafft war und niemand von uns vorzeitig aufgeben musste. Umso schwerer vorstellbar und fassbar ist es, dass die Menschen auf dem thailändischen Land diese oder ähnliche Erntearbeit jeden Tag erledigen um zu überleben. Wir stellen entsetzt fest, dass uns bei dieser harten körperlichen Arbeit für extrem wenig Lohn die Alternative Prostitution nicht mehr so abwegig, ja, sogar anziehend erscheint.

Es gibt keine Worte, die beschreiben, wie sich diese Erkenntnis anfühlt.